Lesen Beschriftung Foto: NRC/Ingrid Prestetun

NRC Flüchtlingshilfe in Nigeria

Bearbeitet 27. Apr 2020
Terror und Brutalität zwingen Millionen Menschen in Nigeria zur Flucht aus ihrer Heimat.

Die humanitäre Lage

Der Nordosten Nigerias wird derzeit von schweren humanitären Krisen heimgesucht. Seit 2009 wurden durch die gewalttätigen Angriffe von Boko Haram mindestens zwei Millionen Menschen vertrieben.

Viele sind nach Maiduguri, Hauptstadt des Bundesstaats Borno, und in andere urbane Gebiete geflohen, in denen die Regierungsarmee stationiert ist und so etwas Sicherheit geboten wird. Der Zustrom führte jedoch zu weiterer Verknappung der ohnehin geringen Ressourcen. Von den 13,4 Millionen Menschen, die in Borno, Adamawa und Yobe leben, brauchen 7,1 Millionen humanitäre Hilfe. Darunter sind 1,6 Millionen Zurückgekehrte, 1,8 Millionen Binnenvertriebene und 800.000 Menschen, die in unzugänglichen Gebieten leben.

Derzeit lebt über ein Drittel aller Vertriebenen in überfüllten Flüchtlingslagern und Siedlungen – weit unterhalb der internationalen Mindeststandards. Es fehlt an grundlegender Ausstattung einschließlich angemessener Unterkünfte und Latrinen. Der Platzmangel bedeutet außerdem ein hohes Sicherheitsrisiko. Es führt zu unkontrollierbaren Feuern und einer erhöhten Ausbreitung von Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden, einschließlich Cholera.

Die meisten Binnenflüchtlinge in der Region stammen aus ländlichen Gebieten, wo der Lebensunterhalt überwiegend mit Landwirtschaft verdient wird. Der fehlende Zugang zu Anbauflächen führt dazu, dass Vertriebene und Gastgeberfamilien sich mit Betteln, Lebensmittelrationierung und Kinderarbeit über Wasser halten müssen.

Der Einsatz von NRC Flüchtlingshilfe

Wir unterstützen Vertriebene in offiziellen und inoffiziellen Siedlungen sowie die gefährdeten Gastgebergemeinden. Dabei legen wir besonders Augenmerk darauf, wo unsere Hilfe am dringendsten gebraucht wird. NRC Flüchtlingshilfe reagiert über den Rapid Response Mechanism schnell auf Vertreibungsprozesse und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Feuer, indem wir Non-Food-Artikel und Lebensmittel verteilen.

Während die nigerianische Regierung Vertriebene ermutigt hat, in ihre Gemeinden zurückzukehren, ergab unser Bericht von 2017, Not Ready to Return („Nicht bereit zurückzukehren“), dass 86 Prozent der vertriebenen Menschen im Nordosten Nigerias Angst davor haben. Wir empfehlen bessere Integrationsplanung und die Bereitstellung zutreffender Informationen für jene, die umsiedeln oder nach Hause zurückkehren wollen.

Für weitere Informationen über unsere Arbeit, besuchen Sie bitte unsere internationale Webseite.

NRC Nigeria ist dankbar für die großzügige Unterstützung durch unsere Geber

Norwegisches Außenministerium

Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO)

Schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Sida)

US-Amt für ausländische Katastrophenhilfe (OFDA)

Ministerium des Vereinigten Königreichs für internationale Entwicklung (DFID)

Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung der Europäischen Kommission (DEVCO)

EU-Treuhandfonds

Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)

Sida Rapid Response Mechanism (Sida RRM)

Humanitärer Fonds Nigeria des Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA NHF)

StartFund

Helfen Sie sowohl den Vertriebenen als auch den Aufnahmegemeinden in Nigeria