Lesen Beschriftung Foto: Ingrid Beauquis/NRC

NRC Flüchtlingshilfe in der Zentralafrikanischen Republik

Bearbeitet 27. Apr 2020
Die internationalen Bemühungen in der Zentralafrikanischen Republik sind unbeständig. Die humanitäre Hilfe ist unzureichend und rückläufig. NRC erklärte das Land im Jahr 2018 zu einer der weltweit am meisten missachteten Krisen.

Die humanitäre Lage

Seit 2013 ist die Zentralafrikanische Republik Opfer eines Konflikts, der sowohl zum Tod von Tausenden Menschen als auch zu massiven Bevölkerungsbewegungen geführt hat. Im Februar 2019 wurde ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und 14 bewaffneten Gruppen unterzeichnet. Die Feindseligkeiten halten jedoch an und die Bewegungen der bewaffneten Gruppen zwingen nach wie vor Menschen zur Flucht.

Seit Januar 2019 sind 52.000 Menschen in ihre Heimatregion oder aus dem Ausland in die Zentralafrikanische Republik zurückgekehrt. Es leben jedoch nach wie vor 600.136 Binnenflüchtlinge im Land und 2,6 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe brauchen. 2019 wurden weniger als zwei Drittel der für die humanitäre Hilfe benötigten Mittel bereitgestellt, wodurch ein großer Teil des Bedarfs nicht gedeckt werden konnte.

Auch humanitäre Hilfskräfte werden in der Zentralafrikanische Republik weiterhin zum Angriffsziel: Im Jahr 2019 wurden 272 Vorfälle gemeldet, bei denen humanitäres Personal oder Gelände unmittelbar betroffen war. Das zeigt, dass die Zentralafrikanische Republik sich nach wie vor in einer hochkomplexen und prekären humanitären Lage befindet, in der die anhaltende Unsicherheit weiterhin den Zugang der Menschen zu ihren Menschenrechten und Versorgungsleistungen beeinträchtigt.

Seit Oktober 2019 waren über 57.000 Menschen im Land von schweren Überschwemmungen betroffen und 10.000 Häuser wurden zerstört. Die Regierung rief den Ausnahmezustand aus.

Der Einsatz von NRC Flüchtlingshilfe

Gewalttätige Auseinandersetzungen und wiederholte Kämpfe machen es für humanitäre Organisationen wie NRC Flüchtlingshilfe schwer, die Menschen in Not zu erreichen. Obwohl die Zentralafrikanische Republik für humanitäre Hilfskräfte eins der gefährlichsten Länder ist, sorgen wir dafür, dass unsere integrierte, sektorübergreifende Hilfe allen Gemeinden gleichermaßen zugutekommt. Wir versuchen, uns auf schwer erreichbare Regionen zu konzentrieren, in denen weniger Organisationen vor Ort sind, und streben nachhaltige Unterstützung an.

Im Jahr 2019 hat unser Landesbüro in Alindao in der Präfektur Basse-Kotto ein neues Büro eingerichtet und wir wollen unsere Reichweite im kommenden Jahr noch weiter ausbauen. NRC Flüchtlingshilfe wirkt auf die internationale Gemeinschaft ein, indem wir uns für eine erhöhte Finanzierung und besseren Schutz der am meisten gefährdeten Menschen einsetzen.

Für weitere Informationen über unsere Arbeit, besuchen Sie bitte unsere internationale Webseite.

NRC Zentralafrikanische Republik ist dankbar für die großzügige Unterstützung durch unsere Geber

Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO)

Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)

Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit der Schweiz (DEZA)

US-Amt für ausländische Katastrophenhilfe (OFDA)

Norwegisches Außenministerium

Schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Sida)

Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Education Cannot Wait (ECW)

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