Lesen Beschriftung Foto: Christian Jepsen/NRC

NRC in der Demokratischen Republik Kongo

Veröffentlicht 14. Mrz 2018
Die Krise in der Demokratischen Republik Kongo verschärft sich und Zahl der Vertriebenen erreicht historisch hohe Werte. NRC ist bestrebt, den betroffenen Menschen zu helfen.

Die humanitäre Lage

Bereits seit 20 Jahren prägen politische Instabilität, ethnische Rivalitäten und gewaltsame Konflikte den Alltag der Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Es besteht wenig Anlass zur Hoffnung, dass die lang andauernde Krise bald ein Ende nehmen wird. Im Oktober 2017 riefen die Vereinten Nationen für das Land sogar die höchste Nothilfestufe aus und setzten damit die DR Kongo Ländern wie Syrien, dem Irak und dem Jemen gleich.

Die humanitäre Situation der DR Kongo weitet sich langsam aber sicher zu einer regionalen Krise aus. Über 4,54 Millionen Menschen sind derzeit Vertriebene. Viele haben Zuflucht in Angola, Sambia, Tansania und seit Neuestem auch in Uganda gesucht.

Zusätzlich stellt die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung eine Herausforderung für die Regierung dar: Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung muss Nahrungsmittelhilfe in Anspruch nehmen, während Millionen von Menschen mit weniger als einer Mahlzeit am Tag um ihr Überleben kämpfen.

Gleichzeitig verschlimmern starke Regenfälle, fehlender Zugang zu Trinkwasser sowie der Mangel an Sanitäranlagen eine bereits ausgebrochene, landesweite Choleraepidemie.

Menschen, denen wir 2017 in der DR Kongo geholfen haben

137.048
Menschen imBildungsprogramm
347.636
Menschen im Ernährungssicherheits-programm
97.785
Menschen im Unterkunftsprogramm
31.921
Menschen im ICLA-Programm

Der Einsatz des NRC


Nach 20 Jahren andauernden Konflikts wird der DR Kongo in den Medien nur noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Auch die Fördergelder versiegen. Dies hat zur Folge, dass es Hilfsorganisationen wie NRC immer schwerer fällt, den wachsenden Bedarf der krisengebeutelten Bevölkerung zu decken.

Unsere Notfallteams sind in den größten Konfliktregionen im Einsatz: Nord- und Südkivu, Maniema, Ituri, Kasaï und Tanganjika. Neben der Bereitstellung von Lebensmitteln und Unterkünften, arbeiten wir auch an langfristigen Lösungen.

NRC EducationBildung

 

Wir bieten qualitative Bildung in einem sicheren Lernumfeld an. Dabei umfassen unsere Bildungsmaßnahmen folgende Aktivitäten:

  • alternative und beschleunigte Bildungsprogramme (Accelerated Education – AE) um die Wiedereingliederung für ältere Kinder, die aus dem regulären Schulsystem rausgerissen wurden, zu ermöglichen
  • bieten Kindern und Jugendlichen sowohl psychischen als auch körperlichen Schutz, um ihnen ein Gefühl von Normalität zu vermitteln
  • schulen Lehrkräfte und Bildungsbehörden zu den Themen psychosoziale Unterstützung, Friedenserziehung, Klassenverwaltung, Vermeidung von sexuellem Missbrauch und Schulleitung
  • unterstützen die Sanierung und den Bau von Unterrichtsräumen
  • bieten Jugendlichen eine berufliche Perspektive, um ihre Lebensgrundlage zu verbessern

NRC Information, counselling and legal assistance (ICLA)Rechtsbeistand

 

Wir unterstützen Menschen, die von Vertreibung betroffen sind, und ermöglichen Ihnen, Ihre Wohn-, Grundstücks- und Eigentumsrechte auszuüben. Unsere Teams:

  • liefern Informationen, Beratung, Schulungen und Rechtshilfe, damit die Menschen über ihre Wohn-, Grundstücks- und Eigentumsrechte Bescheid wissen und sie geltend machen können
  • unterstützen Initiativen zur Lösung von Landkonflikten
  • erhöhen die Sicherheit des Landbesitzes
  • helfen den Menschen bei der Beschaffung von Dokumenten, insbesondere Geburts- und Heiratsurkunden
  • setzen sich dafür ein, dass die Wohn-, Grundstücks- und Eigentumsrechte von Frauen stärker geschützt werden
  • stellen sicher, dass Frauen und Männer gleichen Zugang zu Landbesitz haben
  • verstärken die humanitäre Hilfe in Wohn-, Grundstücks- und Eigentumsangelegenheiten
  • tragen zur Anwaltschaft für die übliche Verbriefung von Grundstücken bei
  • erleichtern Binnenvertriebenen den vorübergehenden Zugang zu Land

NRC Livelihoods and food securityLebensmittelsicherheit

 

Der NRC greift bei der Bereitstellung von Notfallmaßnahmen und der Unterstützung bei der Ernährungssicherheit auf einen großen Erfahrungsschatz zurück.
Dabei umfasst unser Arbeit in der DR Kongo folgende Hauptaktivitäten:

  • Verbesserung der Nahrungsmittelvielfalt sowohl in akuten Krisengebieten durch mobile Einsatzteams als auch in der langfristigen Unterstützung bei der Ernährungssicherheitshilfe
  • Verteilung von Gutscheinen
  • Unterstützung bei Themen rund um die Landwirtschaft, unter anderem bei der Beschaffung und dem Einsatz von Saatgut, Arbeitsmitteln und Nutztieren
  • Förderung unternehmerischer Aktivitäten durch Schulungsinitiativen, die den Menschen die nötigen Fertigkeiten vermitteln und sie für eventuelle Ausfälle und Krisen wappnen

NRC Shelter and settlementsUnterkunft

 

In den vorangehenden Jahren hat sich der NRC hauptsächlich auf die Bereitstellung und Verteilung von Unterkünften und überlebenswichtigen Haushaltswaren, wie zum Beispiel Kunststoffplanen, fokussiert. 2018 möchten wir unser Einsatzbereich erweitern und gehen somit auf den Bedarf nach langfristigen und widerstandsfähigen Unterkunftslösungen ein.
Die hierzu geplanten Aktivitäten umfassen:

  • die Vermittlung von Bargeld oder Gutscheinen, als Mittel zur Beschaffung von Haushaltsartikeln und Material für Notunterkünfte
  • den Aufbau und die Reparatur der Unterkünfte unter Einbezug der örtlichen Gemeinde
  • den Wiederaufbau der Gemeindeinfrastruktur

NRC Water, sanitation and hygiene (WASH)Sauberes Wasser

 

Um die grundlegenden humanitären Rechte und die Würde der vertriebenen Menschen wiederherzustellen, engagieren sich unsere WASH-Teams für die Förderung und Bereitstellung von Wasser und Sanitäranlagen und die Gewährleistung von Hygiene. Wir unterstützen Gemeinden und die öffentliche Versorgungswirtschaft, um Störungen bei der Wasserversorgung zu minimieren und Gesundheitsprobleme zu verhindern.
Unsere Hauptaktivitäten umfassen:

  • den Wiederaufbau von Wasserstellen mit gleichzeitiger Unterstützung der designierten Instandhaltungsverantwortlichen
  • die Aufbereitung von Wasserquellen zur Generierung von Trinkwasser
  • den Wiederaufbau von Bohrlöchern durch den Einsatz von Handpumpen als Ergänzung zu Latrinen und Waschräumen für Familien
  • die Vermittlung geeigneter Hygienemaßnahmen durch Informationsveranstaltungen für eine langfristige Förderung des Hygienebewusstseins
  • die Vermittlung von geeigneten Entsorgungsmaßnahmen für Abfälle, um die Abfallmenge zu reduzieren und der Verbreitung von Mosquitos und Ungeziefer entgegenzuwirken
  • das Training der Gemeindemitglieder und lokalen Gesundheitsverantwortlichen, um diese zur Vermittlung von Hygienestandards und der richtigen Nutzung von Sanitäranlagen zu befähigen

 

Humanitäre Mediation und Schutz

Unsere humanitären Mediations- und Schutzprojekte zielen darauf ab, durch humanitäre Mediationsprozesse zu einem besseren Schutz der Zivilbevölkerung beizutragen. Unser Ziel ist Konfliktverhütung und -minderung. Die Aktivitäten umfassen:

•    Durchführung von konfliktsensitiven, geschlechts- und schutzbezogenen Analysen
•    Unterstützung von Dialogprozessen und humanitären Mediationsprozessen
•    Schulung von nationalen und internationalen Akteuren zum Schutz der Zivilbevölkerung

Über NRC in der Republik Kongo

Gegründet
2001
Bedürftige
10,5 Millionen
Internationales Team
23
Einsatzgebiete
Petit Nordkivu, Grand Nordkivu, Südkivu, Ituri, Kasaï, Maniema und Tanganjika
Budget 2018
USD 29 Millionen
Nationales Team
411
NRC DR Kongo ist dankbar für die großzügige Unterstützung durch unsere Geber

Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO)

Europäisches Amt für Zusammenarbeit (DG DEVCO)

Ministerium für auswärtige Angelegenheiten von Norwegen (NMFA)

Norwegian Agency for Development cooperation (Norad)

Swedish International Development Cooperation Agency (Sida)

Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)

Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)

Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (SDC)

Kontakt

Landesleitung

Ulrika Blom

Phone

+240 (0) 81 08 69 030 / 99 04 39 211