Tödliche Folgen: die Pandemie in Konfliktgebieten

Welche Auswirkung hat die Pandemie in Konfliktgebieten?

Venezolaner, die aus Kolumbien nach Hause zurückkehren, lassen ihre Temperatur an der Grenze messen, um vorbeugend gegen die Ausbreitung von Covid-19 vorzugehen. Foto: Schneyder Mendoza / AFP / NTB Scanpix

Venezolaner, die aus Kolumbien nach Hause zurückkehren, lassen ihre Temperatur an der Grenze messen, um vorbeugend gegen die Ausbreitung von Covid-19 vorzugehen. Foto: Schneyder Mendoza / AFP / NTB Scanpix

Frauen und Kinder warten im Aufnahmezentrum des Monguno-Lagers in Nigeria, wo sie vor dem anhaltenden Konflikt geflohen sind. Soziale Distanzierung ist in solchen überfüllten Lagern fast unmöglich. Foto: Tom Peyre-Costa/NRC

In den überfüllten Flüchtlingslagern von Cox' Bazar in Bangladesch haben die Behörden den ersten Tod eines Rohingya-Flüchtlings aus Covid-19 bestätigt. Foto: Shafiqur Rahman/AP/NTB Scanpix

Eine jemenitische Frau sitzt in der Tür ihres provisorischen Unterschlupfes im Nordjemen. Armut und schlechte Hygieneeinrichtungen machen Vertriebene besonders anfällig für Infektionen. Foto: Yahya Arhab/EPA/NTB Scanpix

Die Venezolaner kehren mit ihren Besitztümern aus Kolumbien nach Hause zurück, nachdem die kolumbianischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 sie arbeitslos gemacht hatten. Foto: Alex Perez/EPA/NTB Scanpix

Eine Frau erhält eine Hilfsbox mit dem Bild des Drogenbarons Joaquin „El Chapo“ Guzman in Guadalajara, Mexiko. Hier stärken Drogenkartelle ihren Einfluss. Foto: Francisco Guasco/EPA/NTB Scanpix

Bei Herezio wurde Krebs diagnostiziert und er starb ungefähr einen Monat, nachdem dieses Bild in seinem Haus in Venezuela aufgenommen worden war. Er und seine Frau konnten sich keine medizinische Behandlung leisten. Foto: Ingebjørg Kårstad/NRC

Zentralamerikanische Migranten, hauptsächlich Honduraner, reisen im Januar 2020 in die USA. Viele wurden von mexikanischen oder US-amerikanischen Grenzbehörden zurückgewiesen. Foto: Alfredo Estrella/AFP/NTB Scanpix

Lawan ist Schüler in Kamerun, einem der bislang am stärksten von Covid-19 betroffenen afrikanischen Länder. Die langfristigen Auswirkungen der Pandemie dürften Kinder schwer treffen. Foto: Ingebjørg Kårstad/NRC

Madari sitzt in einem provisorischen Unterschlupf in einem Empfangszentrum eines nigerianischen Lagers. Das Ziel der Vereinten Nationen, die extreme Armut bis 2030 zu beseitigen, ist durch die Pandemie bedroht. Foto: Tom Peyre-Costa/NRC

Diese Handwaschstelle an einer Schule in der DR Kongo soll die Schüler vor Cholera und Ebola schützen. Viele afrikanischen Länder haben schnell Maßnahmen gegen Covid-19 umgesetzt. Foto: NRC/Ephrem Chiruza

Vertriebene Jemeniten ruhen in der Klinik eines provisorischen Lagers mit Verdacht auf Dengue-Fieber. Das Gesundheitssystem im Jemen ist stark von Konflikten betroffen. Foto: Essa Ahmed/AFP/NTB Scanpix

Ein afghanischer Junge hilft seinem Großvater, ein Hygienekit zu tragen, das die Ausbreitung von Covid-19 verhindern soll. Zusammenarbeit und Solidarität - sowohl persönlich als auch politisch - sind für die Bekämpfung der Pandemie von entscheidender Bedeutung. Foto: Enayatullah Azad/NRC

Frauen und Kinder warten im Aufnahmezentrum des Monguno-Lagers in Nigeria, wo sie vor dem anhaltenden Konflikt geflohen sind. Soziale Distanzierung ist in solchen überfüllten Lagern fast unmöglich. Foto: Tom Peyre-Costa/NRC

In den überfüllten Flüchtlingslagern von Cox' Bazar in Bangladesch haben die Behörden den ersten Tod eines Rohingya-Flüchtlings aus Covid-19 bestätigt. Foto: Shafiqur Rahman/AP/NTB Scanpix

Eine jemenitische Frau sitzt in der Tür ihres provisorischen Unterschlupfes im Nordjemen. Armut und schlechte Hygieneeinrichtungen machen Vertriebene besonders anfällig für Infektionen. Foto: Yahya Arhab/EPA/NTB Scanpix

Die Venezolaner kehren mit ihren Besitztümern aus Kolumbien nach Hause zurück, nachdem die kolumbianischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 sie arbeitslos gemacht hatten. Foto: Alex Perez/EPA/NTB Scanpix

Eine Frau erhält eine Hilfsbox mit dem Bild des Drogenbarons Joaquin „El Chapo“ Guzman in Guadalajara, Mexiko. Hier stärken Drogenkartelle ihren Einfluss. Foto: Francisco Guasco/EPA/NTB Scanpix

Bei Herezio wurde Krebs diagnostiziert und er starb ungefähr einen Monat, nachdem dieses Bild in seinem Haus in Venezuela aufgenommen worden war. Er und seine Frau konnten sich keine medizinische Behandlung leisten. Foto: Ingebjørg Kårstad/NRC

Zentralamerikanische Migranten, hauptsächlich Honduraner, reisen im Januar 2020 in die USA. Viele wurden von mexikanischen oder US-amerikanischen Grenzbehörden zurückgewiesen. Foto: Alfredo Estrella/AFP/NTB Scanpix

Lawan ist Schüler in Kamerun, einem der bislang am stärksten von Covid-19 betroffenen afrikanischen Länder. Die langfristigen Auswirkungen der Pandemie dürften Kinder schwer treffen. Foto: Ingebjørg Kårstad/NRC

Madari sitzt in einem provisorischen Unterschlupf in einem Empfangszentrum eines nigerianischen Lagers. Das Ziel der Vereinten Nationen, die extreme Armut bis 2030 zu beseitigen, ist durch die Pandemie bedroht. Foto: Tom Peyre-Costa/NRC

Diese Handwaschstelle an einer Schule in der DR Kongo soll die Schüler vor Cholera und Ebola schützen. Viele afrikanischen Länder haben schnell Maßnahmen gegen Covid-19 umgesetzt. Foto: NRC/Ephrem Chiruza

Vertriebene Jemeniten ruhen in der Klinik eines provisorischen Lagers mit Verdacht auf Dengue-Fieber. Das Gesundheitssystem im Jemen ist stark von Konflikten betroffen. Foto: Essa Ahmed/AFP/NTB Scanpix

Ein afghanischer Junge hilft seinem Großvater, ein Hygienekit zu tragen, das die Ausbreitung von Covid-19 verhindern soll. Zusammenarbeit und Solidarität - sowohl persönlich als auch politisch - sind für die Bekämpfung der Pandemie von entscheidender Bedeutung. Foto: Enayatullah Azad/NRC

„Es wird Zeit, dass wir den bewaffneten Konflikt auf Eis legen und uns gemeinsam auf den wahren Kampf unseres Lebens konzentrieren.“ UN-Generalsekretär António Guterres sagte im März, dass die Pandemie eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit sei. Er forderte alle Kriegsparteien auf, die Waffen niederzulegen und stattdessen gegen das Coronavirus zu kämpfen. Konflikte und Pandemien sind eine tödliche Mischung.

Trotz des Aufrufs des UN-Generalsekretärs wurden zwischen März und Mitte Mai 2020 weitere 660.000 Menschen in 19 Ländern aus ihrer Heimat vertrieben. Für die Vereinten Nationen bedeutet das eine Niederlage. Es erschwert den systematischen Kampf gegen das Coronavirus. Eine nationale und internationale Zusammenarbeit ist nicht nur wünschenswert, sondern absolut notwendig.

Flüchtlingslager können Infektionshotspots werden

Es versteht sich von selbst, dass übervölkerte Flüchtlingslager schnell Hotspots für Infektionen werden können, wenn nicht umgehend Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Der Grund ist, dass dort viele Menschen unter unhygienischen Bedingungen auf engem Raum zusammenleben, während die medizinische Versorgung schlecht ist.

Gute Handhygiene und Social Distancing sind in überfüllten Flüchtlingslagern nicht leicht umzusetzen, wo sauberes Wasser und Seife oft knappes Gut sind. In vielen Ländern besteht keine Möglichkeit, die Älteren besonders zu schützen. Sie leben nicht in Einrichtungen, sondern werden direkt von ihrer Familie mitversorgt. 

In den überfüllten Lagern in Bangladesch, in denen die Rohingya-Flüchtlinge leben, gab es einen Coronavirus-Ausbruch. Die humanitären Hilfsorganisationen tun, was in ihrer Macht steht, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In diesen Lagern leben 60.000-90.000 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Die Menschen sind verängstigt und zu ihrer hoffnungslos erscheinenden Lage kommt nun auch noch Covid-19 hinzu. Das macht sie sehr anfällig für Menschenhandel. Im Mai rettete die Küstenwache von Bangladesch 396 Geflüchtete, die den verzweifelten Versuch unternommen hatten, in Fischerbooten nach Malaysia zu fliehen.

Wasser und medizinische Versorgung sind lebenswichtig

Die Covid-19-Pandemie hat auch in Bezug auf die großen Flüchtlingslager im Nahen Osten große Besorgnis ausgelöst. Vertriebene haben ohnehin meist nur begrenzt Zugang zu Wasser und medizinischer Versorgung. Jahrelange Kriege wie etwa im Irak und in Syrien haben zur Zerstörung vieler Krankenhäuser und öffentlicher Gesundheitszentren geführt.

In den überfüllten Lagern ist es nahezu unmöglich, Abstand voneinander zu halten. Regelmäßiges Händewaschen setzt eine ausreichende Wasserversorgung voraus. Flüchtlinge und Vertriebene sind daher in hohem Maße gefährdet und es ist entscheidend, dass sie in die Notfallpläne der verschiedenen Länder mit einbezogen werden.

Die Situation im kriegszerrütteten Jemen hat sich durch die Coronavirus-Pandemie weiter verschärft. Neben den Kämpfen, die viele Menschenleben gefordert und einen großen Teil der Infrastruktur zerstört haben, ist die Bevölkerung durch Ausbrüche von Cholera, Malaria und Covid-19 bedroht. Die Vereinten Nationen äußerten im Mai die Befürchtung, dass sich das Coronavirus bereits weit im Jemen ausgebreitet habe.

Flucht von Krise zu Krise

Millionen Vertriebene leben nicht in Flüchtlingslagern, sondern in den Slums der Großstädte. Viele leben auf der Straße von der Hand in den Mund. Für diese Menschen ist es nicht möglich, zu Hause zu bleiben.

Der Shutdown ganzer Städte, mit dem Ziel, die Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen, hat das tägliche Leben vieler Menschen zerstört. Sie können keine Arbeit mehr finden und werden als potenzielle Überträger des Virus angesehen. Es gibt kein soziales Sicherheitsnetz.

Aus diesem Grund verlassen immer mehr Venezolanerinnen und Venezolaner Kolumbien und kehren in die Krise in Venezuela zurück – wo das Gesundheitssystem längst zusammengebrochen ist. Andere versuchen, in Kolumbien zu überleben. Aber ohne Hilfe ist ihre Lage fast hoffnungslos. Viele sehen ihren letzten Ausweg in der Prostitution oder lassen sich von kriminellen Banden rekrutieren.

Auch in anderen Teilen der Welt kehren Geflüchtete in ihre Heimat zurück – auch wenn es dort nicht sicher ist. Zwischen dem 8. und 14. März dieses Jahres kehrten 53.000 afghanische Flüchtlinge aus dem Iran zurück. Das entspricht durchschnittlich 8.000 Menschen täglich. Im Vergleich dazu kehrten im Jahr 2019 jeden Tag nur 1.400 Menschen zurück.

Die Pandemie hat den Iran sehr hart getroffen und aufgrund der Angst vor einer Infektion haben die meisten Geflüchteten das Land freiwillig verlassen. Die Menschen werden bei ihrer Rückkehr nach Afghanistan nicht getestet. Die humanitäre Reaktion konzentriert sich auf Hygienemaßnahmen und Information.

Neues Epizentrum in Lateinamerika

Im Mai 2020 begannen die Infektionsraten in Lateinamerika rasch zu steigen. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnete die Region als globales Epizentrum der Covid-19-Pandemie.

Die Folgen der Pandemie könnten in vielen Teilen der Welt kriminelle Organisationen stärken, nicht zuletzt in Zentralamerika. Im April begannen die mexikanischen Drogenkartelle in der Grenzstadt Matamoros, ältere Menschen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Hilfspaketen zu versorgen. Die Pakete enthielten ein Foto des gefürchteten Drogenbarons Joaquín „El Chapo” Guzmán.

Viele Unternehmen in der Region sind vom Bankrott bedroht. Für jeden Geschäftsmann in Not gibt es ein Kartell, das bereit ist zu investieren. Wenn die Behörden zu lange warten, den Unternehmen in der Krise Unterstützung anzubieten, wird es zu spät sein

Betroffen sind die Ärmsten und die Menschen auf der Flucht

Neben den schwachen Rohstoffpreisen ist der Tourismus zusammengebrochen und es kam zu einem starken Rückgang der Geldtransfers an Familien von Verwandten in den USA und Europa. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik prognostizieren einen massiven Rückgang des BIP der Länder.

Sie glauben, dass der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, um 16 Millionen steigen wird – auf 83 Millionen. Das sind für diese Region, in der die Kluft zwischen Arm und Reich ohnehin schon weltweit am größten ist, düstere Zahlen.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die Möglichkeiten, Menschen mit humanitärer Hilfe zu erreichen, eingeschränkt. Für Vertriebene ist es aufgrund der geschlossenen Grenzen schwieriger geworden, in die Nachbarländer zu gelangen.

Dennoch versuchen viele, vor der Gewalt in El Salvador und Honduras zu fliehen, doch die mexikanischen Behörden verhaften Migrierende und Asylsuchende und schicken sie zur Grenze zwischen Guatemala und Mexiko. Viele, die sich in Internierungslagern in der Nähe der US-Grenze aufgehalten hatten, wurden von der mexikanischen Polizei ebenfalls zurückgeschickt. 

Kinder werden besonders hart getroffen

Auch wenn Covid-19 für Kinder weniger gefährlich zu sein scheint, könnten sie langfristig die größten Verlierer der Pandemie sein. Große wirtschaftliche Rückschläge und anhaltende bewaffnete Konflikte werden Millionen Kinder in extreme Armut stürzen. Sie haben nicht genug zu essen, keinen Zugang zu Bildung und Medikamenten und sie sind stärker von Gewalt und Missbrauch bedroht.

Die von NRC Flüchtlingshilfe erstellte Liste der vergessenen Krisen macht auf zehn Länder aufmerksam, die sich bereits vor der Covid-19-Pandemie in der Krise befanden. Neun von ihnen liegen in Afrika. Die Welt darf diese Krisen nicht vergessen.

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung gefährdet

Nach einer im April 2020 von der Weltbank herausgegebenen Prognose werden alle Länder in Subsahara-Afrika zum ersten Mal seit 25 Jahren eine Rezession erleben. Aktuelle Anzeichen deuten darauf hin, dass es äußerst schwierig sein wird, das nachhaltige Entwicklungsziel, extreme Armut bis 2030 zu beenden, zu erreichen.

Ohne massive Ausweitung der Soforthilfe und allgemeine finanzielle Unterstützung für die kommenden Jahre werden die Folgen für Afrika verheerend sein.

Glücklicherweise ist die Anzahl bestätigter Fälle in Afrika bisher niedrig (Stand Juni 2020). Die Hälfte aller Fälle wurde in Nordafrika registriert, also näher an Ländern wie Spanien und Italien.

Wir wissen, dass das Alter ein entscheidender Faktor ist, wenn es um die Schwere der Erkrankung geht. Afrika hat die jüngste Bevölkerung der Welt mit einer Lebenserwartung, die bis zu 30 Jahre niedriger ist als in Europa.

In mehreren afrikanischen Ländern haben die Behörden rasch Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen. In Ländern wie Uganda, Südsudan und Ruanda wurde bereits gehandelt, bevor die ersten Fälle auftraten.

Darüber hinaus haben zahlreiche afrikanische Länder im Kampf gegen frühere Pandemien voneinander gelernt. Während des Ebola-Ausbruchs 2018 konnte die Demokratische Republik Kongo von den Erfahrungen profitieren, die Westafrika ein paar Jahre zuvor im Kampf gegen Ebola gesammelt hatte.

Dennoch herrscht große Unsicherheit darüber, wie es nun weitergeht.

Im Schatten des Coronavirus

Schlechte Gesundheitssysteme und gesellschaftliche Verwundbarkeit bedeuten, dass viele Länder, beispielsweise in Afrika und Lateinamerika, nicht auf dieselben Werkzeuge zur Eindämmung des Virus zurückgreifen können wie wohlhabende Länder. Sie haben kaum die Kapazitäten, eine Pandemie zu kartieren, zu verhindern und zu bewältigen. Es gibt viel weniger medizinisches Personal und es fehlt an der notwendigen Ausrüstung.

In der Zentralafrikanischen Republik standen zum Beispiel im März dieses Jahres für fünf Millionen Menschen lediglich drei Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Vielerorts wurde dem Gesundheitssystem keine Priorität eingeräumt. Angesichts der groß angelegten Privatisierung in vielen Ländern ist gute medizinische Versorgung oft nur für diejenigen verfügbar, die Geld haben.

Da die Epizentren der Covid-19-Pandemie sich anfangs in Europa und den Vereinigten Staaten befanden, steht zu befürchten, dass die am meisten gefährdeten Länder ohne die notwendige Ausstattung auskommen müssen, wenn die Krise sie trifft.

Ohne aktive internationale Zusammenarbeit besteht die Gefahr, dass die Kaufkraft und nicht der Bedarf darüber entscheidet, wer Ausrüstung und Medikamente bekommt und wer nicht.

Wir brauchen Solidarität, die über unsere Grenzen hinausgeht

Die Frage, die viele Menschen im Frühjahr 2020 gestellt haben, war, ob wir in der Lage sein würden, zusammenzuarbeiten, um ein gemeinsames Problem zu lösen, oder ob die Länder es vorziehen würden, allein zurechtzukommen. Es waren Tendenzen zu Letzterem zu beobachten. Zudem wurden Versuche unternommen, die Krise zu politisieren – die Hoffnung, dass die Vernunft sich durchsetzen wird, hat jedoch allmählich zugenommen.

Die Rechte von Flüchtlingen stehen unter zusätzlicher Belastung. Es besteht jedoch kein Widerspruch zwischen dem Schutz ihrer Rechte und dem gleichzeitigen Schutz der lokalen Bevölkerung. Im Gegenteil. Die Bereitstellung einer angemessenen medizinischen Versorgung und Präventionsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus unter Vertriebenen kommen auch den Gemeinden zugute, in denen die Geflüchteten sich befinden..

Milliarden und Abermilliarden Dollar wurden in die Wirtschaft reicher Industrieländer gesteckt, während es Vertriebenen an Wasser und Seife fehlt.

Eine Pandemie kennt keine Grenzen. Die einzige Lösung für uns alle ist internationale Zusammenarbeit, Solidarität und die Einbeziehung aller gefährdeten Gruppen. Einschließlich Geflüchteter.