Lesen Beschriftung AFGHANISTAN: Mohammad Alam, 53, an einem Verteilungszentrum in Barikab, Kabul. Foto: Enayatullah Azad/NRC

Eine Momentaufnahme unserer Covid-19-Reaktion

Roald Høvring|Veröffentlicht 09. Jun 2020|Bearbeitet 03. Jun 2020
NRC Flüchtlingshilfe setzt sich dafür ein, die Ausbreitung des Coronavirus in Regionen mit besonders gefährdeten Flüchtlingen zu verhindern – gleichzeitig leisten wir weiterhin lebensrettende Hilfe.

Das Wichtigste ist es derzeit, das Wissen der Menschen über das Virus, und darüber, wie sie sich schützen und die Ausbreitung verhindern können, zu verbessern. Wir verstärken unsere Bemühungen, um die Wasserversorgung sicherzustellen und die sanitären Bedingungen zu verbessern. Darüber hinaus verteilen wir Seife und andere Hygieneprodukte.

Dies ist eine Momentaufnahme unserer Covid-19-Reaktion:

Lesen Beschriftung AFGHANISTAN: In dieser Siedlung für Binnenflüchtlinge in Herat hat NRC Flüchtlingshilfe geholfen sicherzustellen, dass die Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben. Foto: Enayatullah Azad/NRC

 

1. Sicherstellen des Zugangs zu sauberem Wasser

In einer Siedlung außerhalb der Provinzhauptstadt Herat in Afghanistan helfen wir dabei sicherzustellen, dass über 10.000 Menschen, die vor Dürre und Feindseligkeiten geflohen sind, Zugang zu sauberem Wasser haben.

Gute Hygienepraktiken wie Händewaschen zählen zu den wirksamsten Methoden, die Ausbreitung von Viren zu verhindern. Aus diesem Grund arbeitet NRC Flüchtlingshilfe hart daran, die Wasserversorgung sicherzustellen und zu gewährleisten, dass die Menschen die Möglichkeit haben, in den Flüchtlingslagern und Schulen gute Handhygiene zu praktizieren.

Lesen Beschriftung IRAN: Im Iran verteilen wir Seife und Hygieneartikel an Tausende afghanische Flüchtlinge. Foto: Shahin Shadian/NRC

 

2. Verteilung von Seife

Im Iran leben Tausende afghanische Geflüchtete. Der Iran ist im Nahen Osten außerdem das Land, das vom Coronavirus am stärksten betroffen ist. Bisher haben wir an über 6.000 Familien Seife und Hygieneartikel verteilt.

Viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene leben in Armut und kämpfen damit, ihren Grundbedarf zu decken. Mancherorts hat die Krise auch zu einem starken Preisanstieg geführt. Folglich können viele gefährdete Familien sich keine Seife oder Reinigungsmittel leisten.

Lesen Beschriftung LIBANON: Foto: Hassan Hussein/NRC

 

3. Information

In syrischen Flüchtlingssiedlungen in der Bekaa-Ebene im Libanon hängt NRC Flüchtlingshilfe Poster aus.

Wir arbeiten in mehreren Ländern mit nationalen Gesundheitsbehörden zusammen, um Informationen über das Coronavirus weiterzugeben. In manchen Ländern gehen unsere Teams von Tür zu Tür, um die Menschen darüber zu informieren, wie sie sich schützen und die Ausbreitung des Virus verhindern können.

Lesen Beschriftung JORDANIEN: Wenn die Kinder ängstlich oder gestresst sind, nimmt Malak (rechts) ihre jüngeren Geschwister mit in den Hinterhof, um mit ihnen die Atemübungen zur Entspannung zu machen, die sie von NRC Flüchtlingshilfe gelernt hat. Foto: Leen Qashu/NRC

 

4. Um die Kinder kümmern

Im Zaatari-Flüchtlingslager in Jordanien unterstützen wir Lehrkräfte, Eltern und Kinder beim Homeschooling, unter anderem durch die Verwendung einer speziellen App. Wir haben außerdem eine Notfall-Hotline eingerichtet, wo Kinder und Eltern psychosoziale Hilfe bekommen können.

Für vertriebene Kinder ist die Schule ein Ort, der ihnen Schutz bietet, wo sie erlittene Traumata verarbeiten und ein wenig Normalität erleben können. Ihr Familienleben ist oft geprägt von Stress, beengten Wohnverhältnissen und Eltern, die nicht in der Lage sind, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu erfüllen. Da die Pandemie zur Schließung von Schulen geführt hat, sind Kinder und Jugendliche besonders stark betroffen.

Lesen Beschriftung KOLUMBIEN: In der Stadt Cali helfen wir Geflüchteten aus Venezuela, indem wir ihnen Bargeld und Lebensmittel zur Verfügung stellen. Foto: NRC

 

5. Verteilung von Bargeld und Lebensmitteln

In der kolumbianischen Stadt Cali gehen Teams von NRC Flüchtlingshilfe von Tür zu Tür, um die am meisten gefährdeten Familien, einschließlich der Flüchtlinge aus dem benachbarten Venezuela, mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen zu unterstützen.

Für viele Geflüchtete und Binnenvertriebene sind die Möglichkeiten, bezahlte Arbeit zu finden, stark eingeschränkt, und die Coronakrise hat die schwierige Situation noch weiter verschärft. NRC Flüchtlingshilfe setzt sich dafür ein, dass die am meisten gefährdeten Menschen weiterhin Geld und Lebensmittelhilfe bekommen.

Lesen Beschriftung SYRIEN: In Aleppo renovieren wir ein Gesundheitszentrum. Foto: NRC

 

6. Renovierung von Gesundheitszentren

In Aleppo, Syrien, renovieren wir derzeit ein Gesundheitszentrum, um mit dem Coronavirus Infizierte darin unterbringen zu können.

Millionen von Geflüchteten und Binnenflüchtlingen leben in kriegszerrütteten Ländern mit begrenztem Zugang zu Medikamenten und medizinischer Versorgung. Häufig liegen große Teile der Infrastruktur in Trümmern und viele Krankenhäuser und Gesundheitszentren wurden bei Kämpfen zerstört.

Lesen Beschriftung JORDANIEN: Im Azraq-Flüchtlingslager bauen wir Quarantäne-Unterkünfte. Foto: NRC

 

7. Ausbreitung des Virus in Flüchtlingslagern verhindern

In Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR baut NRC Flüchtlingshilfe Quarantäneunterkünfte für syrische Flüchtlinge im Azraq-Flüchtlingslager in Jordanien.

Familienmitglieder, die sich außerhalb des Lagers aufgehalten haben, können 14 Tage in diesen Quarantäneunterkünften bleiben, um das Risiko zu minimieren, dass andere im Lager angesteckt werden.

In Flüchtlingslagern besteht eine große Ansteckungsgefahr, da die Menschen dort auf engem Raum zusammenleben und keine Möglichkeit haben, den empfohlenen Abstand zueinander einzuhalten.

Lesen Beschriftung JEMEN: Wir leisten weiterhin Hilfe, während wir gleichzeitig Vorsichtsmaßnahmen – einschließlich Social Distancing – treffen.

 

8. Weiter lebensrettende Hilfe leisten

In der jemenitischen Hauptstadt Sana’a verteilt NRC Flüchtlingshilfe Lebensmittelgutscheine an binnenvertriebene Familien. Das tun wir auch weiterhin, wenn wir dabei auch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen wie Social Distancing einhalten müssen.

Der humanitäre Bedarf wird durch die Coronakrise nicht geringer. Dank unserer Unterstützer und 15.000 engagierter Mitarbeitender in 30 Ländern sind wir in der Lage, weiterhin lebensrettende Hilfe zu leisten: Wir bauen und leiten Flüchtlingslager, stellen sicher, dass die Menschen Zugang zu Wasser haben, verbessern die Sanitäranlagen und sorgen für Unterkünfte, Bildung und Lebensmittelsicherheit sowie Rechtsberatung und kostenlose Rechtshilfe.

Sowohl für uns als auch für diejenigen, denen wir helfen, ist der Alltag derzeit eine größere Herausforderung. Einen Teil unserer Arbeit erledigen wir momentan per Telefon, Internet und über digitale Plattformen.

Lesen Beschriftung NORCAP: Benedicte Giæver, Direktorin unserer Expertengruppe NORCAP, und Experte Shyam Sundar studieren eine Karte des Balukali-Flüchlingslagers in Cox’s Bazar, Bangladesch. Foto: Ingrid Prestetun/NRC

 

9. Expertenwissen zur Verfügung stellen

Unsere Expertengruppe NORCAP stellt den humanitären, entwicklungspolitischen und friedenskonsolidierenden Sektoren während der Coronavirus-Krise weiterhin Fachwissen zur Verfügung. 90 Prozent unserer derzeit im Einsatz befindlichen Fachleute sind an der Covid-19-Reaktion beteiligt.

Unsere Bildungsexperten richten Fernlernprogramme für Kinder ein, die gerade nicht zur Schule gehen können. In Mali beispielsweise haben sie 10.000 vertriebenen Kindern geholfen, Unterricht über solarbetriebene Radiogeräte zu erhalten. So können wir das Recht der Kinder auf Bildung auch in Gebieten mit geringem Technologieniveau sichern.

Globale Statistiken weisen darauf hin, dass häusliche Gewalt seit Beginn des Coronavirus-Lockdowns weltweit zugenommen hat. Als Reaktion darauf haben unsere NORCAP-Experten zusammen mit UN Women und UNFPA dafür gesorgt, dass Pläne zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt in den Reaktionsplan für Flüchtlinge und Migrierende in Kolumbien und in den globalen Covid-19-Reaktionsplan aufgenommen werden. Dies ist wichtig, um die Stigmatisierung zu verringern und sicherzustellen, dass Überlebende Zugang zu lebensrettender medizinischer Versorgung haben.