Lesen Beschriftung Ein syrisches Flüchtlingsmädchen hat gerade ein Paket mit Hilfsgütern bekommen, die ihrer Familie helfen werden, den Winter zu überstehen. Foto: Leen Qashu/NRC

JORDANIEN: Wärme im Winter

Hassan Hijazi|Veröffentlicht 14. Nov 2019|Bearbeitet 11. Nov 2019
Im vergangenen Winter wurden die syrischen Geflüchteten in Jordanien von extremen Witterungsbedingungen getroffen – Regen, Wind und beißende Kälte. NRC Flüchtlingshilfe ist im Azraq-Flüchtlingslager im Osten des Landes vor Ort und hilft den Geflüchteten, sich auf die bevorstehenden Wintermonate einzurichten.

„Jordanien wird meist mit Sonne und Hitze in Zusammenhang gebracht, aber die Winter hier können bitterkalt sein, besonders für Geflüchtete“, sagt Hamza Abu Salim. Er gehört zum Team von NRC Flüchtlingshilfe im Azraq-Flüchtlingslager, das dafür sorgt, dass die syrischen Geflüchteten es während der Wintermonate warm haben.

Die Winterkälte kann gnadenlos sein. Familien, die zur Flucht gezwungen sind, sind oft nicht in der Lage, irgendetwas mitzunehmen, außer den Kleidern, die sie am Leib tragen. Wenn der Winter einbricht, ist es überlebenswichtig, dass insbesondere Kindern geholfen wird, warm zu bleiben.

Seit sechs Jahren verteilt NRC Flüchtlingshilfe in Azraq Kleidung, Decken, Matratzen, Kocher und Gasbehälter an Geflüchtete, die im Lager ankommen. Wir stellen außerdem Geld und Ausrüstung für die bestehenden Lagerbewohnerinnen und -bewohner zur Verfügung, um ihnen zu helfen, den Winter zu überstehen.

Wohnen in Blechunterkünften

Die meisten der 36.000 syrischen Flüchtlinge in Azraq leben in einfachen Blechunterkünften. Sie sind im Sommer heiß und im Winter eiskalt. Lutfieh ist eine der vielen Bewohnerinnen, die Hilfe erhalten haben. Sie lebt in einer Unterkunft mit ihrer Schwester, direkt neben ihrem Sohn Issam, seiner Frau und ihren acht Kindern.

„Meine Mutter ist eine alte Frau“, erklärt Issam. „Sie muss es warm haben, was bedeutet, dass wir das Heizgerät nie abstellen. Manchmal versammeln wir uns alle in einem Wohnwagen, um warm zu bleiben und Energie zu sparen.“

„Wir benutzen die Dinge, die wir von NRC Flüchtlingshilfe bekommen haben, immer noch. Sie sind unentbehrlich“, sagt Issam. „Am wichtigsten war das Isolationsmaterial. Damit können wir die Wärme in der Hütte halten.“

Lesen Beschriftung NRC Flüchtlingshilfe verteilt seit 2013 im Azraq-Lager Kleidung und andere wichtige Gegenstände. Kocher, Decken, Matratzen und Gasbehälter sind nur einige der Dinge, die wir an die Neuankommenden verteilen. Foto: Leen Qashu/NRC

Hilfe, wo sie gebraucht wird

Die Möglichkeiten zu arbeiten sind im Lager begrenzt, was es den Menschen erschwert, Geld zu verdienen und Ausrüstung für den Winter zu kaufen. Letztes Jahr erhielten alle im Lager Lebenden umgerechnet 140 Euro, um ihre Gasflaschen aufzufüllen und sich warme Kleidung kaufen zu können.

Mit Bargeld haben die Geflüchteten die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was sie am dringendsten brauchen. In den letzten Jahren werden reine Sachleistungen immer mehr von Hilfe in Form von Bargeld abgelöst.

Angst vor dem Winter

„Viele Geflüchtete machen sich Sorgen wegen des Winters. Sie sorgen sich darum, woher sie ausreichend warme Kleidung für ihre Kinder bekommen und um ihre Gesundheit. Mit unserer Hilfe müssen sie sich weniger Sorgen machen“, sagt Hamza Abu Salim, der für die Verteilung von Haushaltsgegenständen und Bargeld verantwortlich ist.

Ibrahim, ein syrischer Geflüchteter und Vater, dem im Lager lebt, sagt, das Geld sei genau zur richtigen Zeit gekommen.

Aufeinander achtgeben

„Ich musste mir Geld von meinem Nachbarn Hussein leihen, um Winterkleidung für meine Kinder zu kaufen“, erklärt Ibrahim. „Ich konnte nicht länger warten, da sie ihre neuen Sachen brauchten, um zur Schule gehen zu können. Aber das Geld von NRC Flüchtlingshilfe kam rechtzeitig und ich konnte zurückzahlen, was ich mir geliehen hatte.“

Ibrahims Nachbar Hussein sagt, sie hätten es ohne die finanzielle Unterstützung von NRC Flüchtlingshilfe nicht geschafft.

„Wir versuchen, einander so gut es geht zu helfen“, sagt er. „Aber ohne die Unterstützung hätten wir es nicht geschafft. Es ist die wirksamste Methode, uns zu helfen, und es hat unser Leben hier in positiver Weise verändert.“

Lesen Sie hier mehr über unsere Arbeit in Jordanien.