Salima, 13, is the only girl in the settlement who is going to school. She is a self-taught and have learnt the Alphabet from her father. She has taken the entrance exam and have been succeeded in going to fourth grade.
She is a very courageous girl and dreaming for brighter future. She has fought her father to let her go to school and now she is advocating for other girls in the settlement. she has already started teaching some of them, including her sister. Slima wants to be a doctor. 
“Many of my classmates are asking about my home and my parents. I didn’t tell them that I’m living in a tent. They can’t understand me and will mock me instead. I’ve to study twice harder as them to show them I’m not weaker than them.”
Salima has also made a snowman in front of her makeshift tent to make the rest of the children happy. Photo: NRC/Enayatullah Azad
Lesen Beschriftung EINZIGES KIND, DAS DIE SCHULE BESUCHT. Salima, 13, ist das einzige Kind, das im Lager zur Schule geht. Sie hat sich vieles selbst gelernt, ihr Vater hat ihr das Alphabet beigebracht. Salima hat den Aufnahmetest bestanden und ist jetzt in der 4. Klasse.

Beschämt, in einem Zelt zu leben

TEXT: Roald Høvring FOTO: Enayattullah Azad|Veröffentlicht 12. Mrz 2019|Bearbeitet 25. Feb 2019
„Wenn meine Klassenkameraden mich nach meinem Zuhause und meinen Eltern fragen, dann erzähle ich ihnen nicht, dass ich in einem Zelt lebe. Das würden sie nicht verstehen. Sie würden sich stattdessen über mich lustig machen“, sagt die 13-jährige Salima.

Wir treffen sie frühmorgens nach einer klirrend kalten Nacht mit heftigem Schneefall. Ein weißer, weicher Schneeteppich bedeckt die provisorischen Zelte in dieser inoffiziellen Siedlung am westlichen Stadtrand der afghanischen Hauptstadt Kabul. Etwa 50 Familien leben in dieser Siedlung. Die meisten leben in Zelten, so auch Salima und ihre Familie.

„Ich schäme mich zu sehr, um meinen Klassenkameraden zu erzählen, dass ich in einem Zelt lebe. Das würde sie nicht verstehen. Ich muss doppelt so viel lernen wie sie, um ihnen zu zeigen, dass ich nicht schwächer bin als sie“, sagt sie.

1,2 Millionen leben in inoffiziellen Siedlungen

Über 1,2 Millionen Vertriebene in ganz Afghanistan leben in inoffiziellen Siedlungen. Über die Hälfte davon sind Kinder.

Als ich aufwachte und den Schnee sah, der die Zelte bedeckte, dachte ich: ‚Ich baue einen Schneemann, damit die Kinder sich freuen.’
Salima, 13

Bis zu zwei Drittel aller Vertriebenen außerhalb ihrer Heimatprovinz ziehen in die fünf Regionalhauptstädte Kabul, Nangarhar, Kandahar, Balkh und Herat.

Vor ihrem provisorischen Zelt begrüßt uns ein Schneemann mit roter Nase, rotem Hut und gelben Handschuhen zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft. Einige von ihnen tragen dünne Sommerkleidung und keine richtigen Schuhe.

„Als ich aufwachte und den Schnee sah, der die Zelte bedeckte, dachte ich: ‚Ich baue einen Schneemann, damit die Kinder sich freuen ‘“, sagt Salima.

Lesen Beschriftung Salima, 13, Masooma Qambari, technische Assistentin von NRC und andere Kinder, die im informellen Lager am Rande von Kabul leben.

 

Die Einzige in der Schule

Salima ist ein sehr mutiges Mädchen, das von einer besseren Zukunft träumt. Sie diskutierte so lange mit ihrem Vater, bis er sie zur Schule gehen ließ, und setzt sich jetzt auch für die anderen Mädchen in der Siedlung ein.

„Ich habe bereits angefangen, manche von ihnen zu unterrichten, auch meine Schwester. Wissen Sie, ich bin die Einzige hier, die zur Schule geht. Alle anderen Kinder arbeiten, sie sammeln Müll auf der Straße“, sagt sie, und dreht sich zu dem fröhlichen Schneemann vor ihrem provisorischen Zelt um.

60 Prozent der 3,7 Millionen Kindern in Afghanistan, die nicht mehr zur Schule gehen, sind Mädchen. In manchen Provinzen gehen 85 Prozent der Mädchen nicht zur Schule.

Über 1.000 Schulen mussten aufgrund der unsicheren Lage im Jahr 2018 geschlossen werden. Über 545.000 Kinder waren davon betroffen.

Lesen Beschriftung Der erste Schneefall des Jahres ist eine gute Nachricht für Millionen von Afghanen, die stark unter der Dürre leiden mussten. Aber die Kälte bringt nur Elend für tausende weitere, die unter Plastikplanen in informellen Lagern um Kabul leben müssen.

 

Mehrfach vertrieben

Die meisten Familien in der inoffiziellen Siedlung haben als Geflüchtete in Pakistan gelebt, sind aber im Laufe des Jahres 2015 nach Afghanistan und in ihre Dörfer in der Provinz Kunduz zurückgekehrt.

Kurz nach ihrer Ankunft in Kunduz, wurde diese strategische nordöstliche Provinz von den Taliban erobert. Die Besetzung der Stadt Kunduz war der größte territoriale Gewinn für die Taliban in den letzten 14 Jahren – vertrieb aber auch Tausende Menschen aus ihrem Zuhause.

Fast zwei Drittel der afghanischen Bevölkerung leben in Regionen, die direkt vom Konflikt betroffen sind. Über die Hälfte von ihnen sind unter 18 (47,3 Prozent der 35,7 Millionen Menschen in Afghanistan sind jünger als 15). Sie sind außerdem Gewalt, Zwangsvertreibung und dem Verlust wichtiger Lebensgrundlagen und begrenztem Zugang zu Grundversorgungsleistungen ausgesetzt.

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Lesen Beschriftung NRC's technische Lagerassistentin Masooma Qambari spricht mit Nazia, 11, die sich um ihrer kleine Schwester kümmert, welche dick in eine Decke gewickelt ist. Das ist der dritte Winter, den die Mädchen in einem informellen Lager verbringen müssen.