Lesen Beschriftung Jan Egeland, Generalsekretär der NRC, spricht mit einem geflüchteten Mann im Lazare Camp in Kaga Bandoro. Foto: NRC/Hajer Naili

PRESSEINFORMATION: Friedensgespräche müssen Katastrophe in der ZAR abwenden

Veröffentlicht 24. Jan 2019|Bearbeitet 31. Jan 2019
„Die Zentralafrikanische Republik steuert auf eine Katastrophe zu, wenn die anstehenden Friedensgespräche scheitern“, warnt Jan Egeland, Generalsekretär der NRC Flüchtlingshilfe.

Die Konfliktparteien werden unter der Schirmherrschaft der Afrikanischen Union (AU) am Donnerstag, den 24. Januar in Khartum, Sudan, für Friedensgespräche zusammenkommen.

  • 2,9 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen

  • Weniger als die Hälfte der benötigten 516 Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfsleistungen ist finanziert.

„Wiederholte Gewaltwellen, die eines der ärmsten Länder der Welt heimsuchen, haben den Widerstand der Menschen nahezu gebrochen. Das Land steht am Abgrund, wenn die politischen Führer und die bewaffneten Gruppen nicht den ersehnten Frieden herbeiführen können“, sagt Egeland, der die Zentralafrikanische Republik kürzlich besuchte.

Zusätzlich zu den durch die AU initiierten Friedensgesprächen fordert NRC ein internationales High-Level Treffen, um die sich verschlechternde Lage aufzuzeigen, den Schutz der Bevölkerung zu verstärken sowie den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen.

„Sowohl die zentralafrikanische Regierung als auch die internationale Gemeinschaft haben bei ihrer Reaktion auf die Krise versagt. Wir müssen jetzt die Gelegenheit nutzen und verhindern, dass das Land in einen offenen Krieg zurückfällt“, sagt Egeland.

Der größte Teil der Zentralafrikanischen Republik wird derzeit von zwei gegnerischen bewaffneten Gruppen kontrolliert. 2,9 Millionen Menschen – mehr als 60 % der Bevölkerung – sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

„Die bewaffneten Gruppen müssen den humanitären Organisationen sicheren Zugang zu den Menschen in Not gewähren. Wenn das gewährleistet ist, muss die internationale Gemeinschaft gleichzeitig Bereitschaft zeigen, die Unterstützung aufzustocken, zu bleiben und zu helfen“, so Egeland.

„Derzeit fehlt die Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft, die humanitäre und die Entwicklungsarbeit in der Zentralafrikanischen Republik zu finanzieren. Die vielen arbeitslosen und hungrigen Menschen sind für die bewaffneten Gruppen, die um die Ressourcen des Landes kämpfen, daher leicht zu rekrutieren“, fügt er hinzu.

Im letzten Jahr stellten die Geberländer weniger als die Hälfte der benötigten 516 Millionen US-Dollar für die humanitäre Hilfe bereit, sodass viele Menschen ohne die dringend benötigte Hilfe auskommen mussten.

 
Hinweise an die Redaktion:

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Egelands Besuch in Kaga Bandoro, ZAR: https://nrc.smugmug.com/Country- Programmes/CAR/CentralAfricanRepublic/Jan-Egeland-in-Kaga-Bandoro/i-7K9fV3T

Flüchtlingslager Lazare, Kaga Bandoro, ZAR: https://nrc.smugmug.com/Country- Programmes/CAR/CentralAfricanRepublic/Displaced-and-Disabled/i-tZDtjTs

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Die NRC Flüchtlingshilfe Österreich ist ein Teil von NRC Norwegian Refugee Council, einer internationalen Hilfsorganisation mit Sitz in Oslo, die sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges dafür einsetzt, dass Menschen auf der Flucht überleben und eine neue Zukunft aufbauen können. Heute liegt die Zahl der Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, mit weltweit 68,5 Millionen auf einem Rekordniveau – der Bedarf an Hilfe ist daher enorm.

NRC hat mehr als 70 Jahre Erfahrung in der Flüchtlingshilfe in Krisenregionen und ist aktuell in 31 Ländern aktiv. www.nrc-hilft.at