Lesen Beschriftung Fadumo Abdi Ahmed, 50, hat mehrere Bargeldüberweisungen von NRC erhalten. Damit konnte sie Essen, Medizin und weitere Gebrauchsartikel für ihr neues Zuhause kaufen. Abdifatah Muse/NRC

PRESSEINFORMATION: 725.000 Menschen leiden Hunger nach Dürre in Somaliland

Veröffentlicht 28. Feb 2019|Bearbeitet 25. Feb 2019
Der verheerende Regenmangel hat die Dürre in Teilen Somalilands verschärft. 725.000 Menschen sind infolgedessen von Hunger bedroht und brauchen dringend humanitäre Hilfe.

„Es ist jetzt an der Zeit zu handeln, andernfalls werden die Kosten steigen, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in Bezug auf die Anzahl der verlorenen Menschenleben“, sagt Victor Moses, Landesdirektor der NRC Flüchtlingshilfe in Somalia.

Laut einem kürzlich von ACAPS erstellten Bericht war die Regenzeit im Jahr 2018 heftiger als sonst, wobei auf Teile Somalilands nur 25-50 Prozent der durchschnittlichen Niederschläge entfielen.

„Tausende von Menschen, besonders Frauen und Kinder, die bereits an Ernährungsunsicherheit leiden, befürchten jetzt das Schlimmste, da für die kommenden Monate wenig bis gar kein Regen erwartet wird“, sagt Moses.

Die NRC Flüchtlingshilfe ist seit 2004 in Somaliland aktiv und bietet den betroffenen Familien Unterstützung für den Lebensunterhalt.

Die somalische Regierung und die humanitären Organisationen haben im vergangenen Monat den humanitären Reaktionsplan (Humanitarian Response Plan – HRP) 2019 gestartet und die Geber aufgerufen, 1,08 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung der Hilfsmaßnahmen in Somalia im Jahr 2019 bereitzustellen.

Moses bekräftigte seinen Appell an die internationale Gemeinschaft, mehr zu tun, um das Leiden der Menschen in Somaliland zu verhindern und ihre Gewinne zu schützen, die sie Anfang 2018 erzielen konnten.

„Somalia wird immer wieder von Dürren geplagt, was häufig zu sehr großem Leid und Vertreibung führt. Wir wissen mittlerweile, wie wichtig es ist, ein frühzeitiges Eingreifen zu gewährleisten, um zu verhindern, dass eine Krise eskaliert. Darüber hinaus muss die Widerstandsfähigkeit der Menschen gestärkt werden“, sagt Moses.

Die andauernden Konflikte in der Region Sool verschärfen die Ernährungskrise zusätzlich. NRC plant, vertriebene Familien in den Krisenregionen Sool und Sannag mit Notfall-Bargeldtransfers zu unterstützen, damit sie Grundnahrungsmittel, Wasser und Ausrüstung für ihre Unterkünfte kaufen können.

„Mehr Vertriebene bedeuten mehr Abhängigkeit von humanitärer Hilfe, was es den Hilfsorganisationen aufgrund ihrer begrenzten Kapazitäten immer schwieriger macht, alle Menschen in Not zu erreichen. Erschwerend hinzu kommt, dass die Menschen aufgrund von Beschränkungen keinen Zugang zu Dienstleistungen haben. Wir fordern die Konfliktparteien auf, den Menschen sicheren Zugang zu den Grundversorgungsleistungen zu gewähren, die sie so dringend brauchen“, fügt Moses hinzu.

Hinweise an die Redaktion:
  • Die derzeitige Trockenzeit, von Januar bis März, wird voraussichtlich länger und härter als sonst sein, wobei die Krise bis Juni eine Notfallstufe erreichen wird, sollte es nicht regnen.
  • In Somaliland sind 206.000 Kinder unter fünf Jahren bereits akut unterernährt.
  • Nach der 5-stufigen Skala für Ernährungssicherheit (Integrated Food Security Phase Classification) befinden sich 673.000 Menschen in einer Krise (IPC-Phase 3) und 52.000 in einer Notsituation (IPC-Phase 4).
  • Hier finden Sie die neuesten humanitären Informationen von ACAPS: https://www.acaps.org/sites/acaps/files/products/files/20190219_acaps_start_briefing_note_somaliland_drought.pdf.
  • Ein Drittel der Gesamtbevölkerung Somalias, bzw. 4,2 Millionen Menschen, brauchen humanitäre Hilfe und Schutz (OCHA).