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Pressemitteilung: Äthiopien führt globale Liste der Länder mit den meisten Binnenvertriebenen 2018 an

Veröffentlicht 13. Sep 2018
Nach dem aktuellen IDMC-Bericht zu den weltweiten Vertreibungszahlen ist Äthiopien in der ersten Hälfte des Jahres 2018 das Land mit der höchsten Anzahl an Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen

“Es ist unglaublich, dass 1,4 Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt keine internationalen Schlagzeilen machen. Die Welt verschließt vor Äthiopien die Augen“, mahnt Nigel Tricks, Regionaldirektor der NRC Flüchtlingshilfe / Norwegian Refugee Council. „Wir sind Familien begegnet, die auf der Flucht vor den Kämpfen waren, die unter furchtbaren Bedingungen leben. Und es werden international nur jämmerliche Beträge bereitgestellt, um ihnen zu helfen.“

Der Konflikt hat dem Bericht zufolge Anfang des Jahres etwa 1,4 Millionen Menschen in Äthiopien ihrer Heimat entwurzelt. Die Ursachen sind vor allem neue ethnische Konflikte in Gedeo und West Guji im Süden Äthiopiens und die anhaltende Gewalt im Grenzgebiet zwischen Oromia und Somali.

Die Regierung und die Hilfsorganisationen geben ihr Bestes, aber die rund eine Million Neuvertriebenen in Gedeo und West-Guji, die in Gastgebergemeinden und überfüllten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, überlasten die Nahrungsmittel-, Wasser- und Gesundheitsversorgung. Die betroffene Region gehörte schon zuvor zu den am dichtesten besiedelten Teilen Äthiopiens. Durch den starken Zustrom hat sich die Bevölkerung in manchen Regionen nun verdoppelt. Die jetzige Regenzeit verschlechtert die Lebensbedingungen zusätzlich und erschwert den humanitären Hilfsorganisationen den Zugang.

Photo: Nashon Tado/NRC

Die äthiopische Regierung setzt sich für Frieden und Sicherheit ein. Dieser Prozess und die Unterstützung der vorzeitigen Rückkehr Vertriebener haben für alle Priorität. Manche Familien beginnen, in ihre Heimat in Gedeo und West-Guji zurückzukehren, es wurden jedoch viele Häuser dort zerstört.

„Die Menschen erzählen uns, dass sie unbedingt wieder nach Hause gehen wollen, aber sie haben nichts mitgenommen, als sie flohen, und müssen jetzt erst einmal wissen, dass sie Hilfe bekommen können, um ihr Leben wieder aufzubauen. Es ist wichtig, dass die Menschen freiwillig zurückkehren und dass ihre Rückkehr nachhaltig ist. Die Familien müssen sich darauf verlassen können, dass es in den Regionen, in die sie zurückkehren, sicher ist“, sagt Tricks.

Auch im Grenzgebiet zwischen Oromia und Somali flammt die Gewalt immer wieder auf, was in der ersten Jahreshälfte 200.000 Menschen zur Flucht veranlasste. Im letzten Quartal des Vorjahres flohen weitere 500.000 Menschen vor den Kämpfen. Fast alle Regionen entlang der regionalen Grenze sind betroffen. Die Region ist stark von Nahrungsmittelknappheit betroffen, was die Krise noch weiter verschärft.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte:
  • In Nairobi: Geno Teofilo, Regionalleiter Kommunikation: , +254 702 910 077
  • NRC Medienhotline: info@nrc.no
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  • Den vollständigen Bericht des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) und die Pressemitteilung finden Sie hier.
    Zu den 1,4 Millionen neu vertriebenen Äthiopiern zählen etwa 1 Million Vertriebene in Gedeo und West-Guji, 200.000 durch Gewalt Vertriebene im Grenzgebiet zwischen Oromia und Somali, und weitere 200.000 aus verschiedenen kleineren Fällen von Unsicherheit.
  • Das neueste Update zur Gedeo-West-Guji-Krise finden Sie hier
  • NRC ist seit 2011 in Äthiopien vor Ort und arbeitet in den Regionen Addis Ababa, Benishangul Gumuz, Gambella, Oromia, SNNPR, Somali and Tigray. Mehr dazu: http://bit.ly/2mO398h