Lesen Beschriftung Basel wäscht sich die Hände in der Faihaa-Schule in der Altstadt von Basra, Irak. Sauberes Wasser und Händewaschen ist in den Schulen Basras zu einem Luxus geworden. Das Wasser läuft nur für zwei Stunden am Tag und ist nicht zum Trinken geeignet. Foto: Tom Peyre-Costa/NRC

Irak: In den heruntergekommenen Schulen Basras drohen den Kindern Epidemien

Veröffentlicht 09. Nov 2018|Bearbeitet 29. Okt 2018
Über 277.000 Kinder drohen sich in den gerade erst wiedereröffneten Schulen Basras mit wasserinduzierten Krankheiten zu infizieren. Wasser- und Sanitäranlagen sind dort vollkommen zusammengebrochen.

Die Lehrkräfte berichteten NRC von einer besorgniserregenden Anzahl von Kindern, die seit dem Wiedereintritt in die Schule wegen Durchfall, Erbrechen, Ausschlägen und Krätze im Krankenhaus behandelt werden mussten.

„Nachdem der Unterricht nach dem Sommer wieder aufgenommen wurde, sind über 800 Schulen jetzt Brutstätten für eine Seuche wasserbedingter Krankheiten, einschließlich Cholera, wenn die Temperaturen in den nächsten Wochen fallen“, sagt NRC-Landesdirektor Wolfgang Gressmann. „Wir befürchten, dass die sich verschlechternde Wasser- und Sanitärinfrastruktur der Schulen und die überfüllten Klassenräume die Stadt in eine wahre Gesundheitskatastrophe stürzen.“

Die Wasserkrise in der Stadt und in der Region hat in den letzten drei Monaten bereits zu 110.000 Vergiftungen geführt, so das Irakische Hochkommissariat für Menschenrechte. NRC ist in einigen der am stärksten betroffenen Schulen tätig, um sicherzustellen, dass die Kinder sauberes Trinkwasser bekommen; die lokalen Behörden und Hilfsorganisationen stehen jedoch einem enormen Bedarf gegenüber.

„Wir appellieren an die Regierungen der Geberländer, unsere Hilfe in dieser sich anbahnenden Katastrophe zu unterstützen, bevor es zu spät ist“, sagt Gressmann. „Wie uns ein Grundschullehrer sagte: Jetzt sind alle in Gefahr.“

Die Wasserknappheit hat in den ländlichen Gebieten in den südlichen Gouvernements außerdem Tausende zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen – allein im August mindestens 3.780 Menschen. Die Menschen erzählten NRC, dass der Zugang zu sauberem Wasser die Hauptursache für Spannungen und sogar Waffengewalt in der Gemeinde sei.

 
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Wichtige Zahlen:
  • Im Gouvernement Basra sind 508.000 Kinder von schwerer Trinkwasserknappheit betroffen.
  • In 800 Schulen verfügen über sich immer weiter verschlechternde Wasser- und Sanitärinfrastruktur. 534 davon befinden sich in den drei am stärksten betroffenen Distrikten (Basra City, Shat Al Arab und Abi Khaseeb). 277.164 Kinder gehen hier zur Schule.
  • Wir unterstützen nun 9.000 Kinder in den am stärksten betroffenen Schulen in Basra, indem wir in Zusammenarbeit mit der Direktion für Bildung Latrinen, Wassertanks und Handwaschbecken sanieren.
Lesen Beschriftung Der Kanal in Basra ist mit Müll, Plastik und Schutt übersät. Foto: Tom Peyre-Costa/NRC